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Schweigen oder Argumentieren? Seminar „Argumentation gegen Stammtischparolen“

StammtischparolenIn Zusammenarbeit mit der KEB Emsland-Süd und einigen anderen Partnern hatte der IFS am 08. November zu der Abendveranstaltung „Argumentation gegen Stammtischparolen“ eingeladen. Achim Bröhenhorst vom Landespräventionsrat Niedersachsen hielt einen spannenden Vortrag, wie man auf rassistische Äußerungen und Hasskommentare reagieren kann.

Stammtischparolen1Ob in der Kneipe, im Betrieb, an der Supermarktkasse oder bei Familienfeiern: Es wird mitunter beleidigt und gelästert, Menschen anderer Kultur, Religion, Hautfarbe, Nationalität oder sexueller Orientierung werden diskriminiert. Selbst sprachlos bleiben oder das Schweigen brechen? Situationsabhängige Handlungshilfen und Antworten gab das Seminar im Gemeindezentrum von Salzbergen. „Die wollen alle nicht arbeiten und nehmen uns alle Arbeitsplätze weg“: Teils absurd widersprüchliche, von Vorurteilen, Unwissenheit und Angst vor dem Fremden geprägte und diskriminierende Aussagen sind immer wieder mal zu hören, auch mal vom besten Fußballkumpel oder der sonst so supernetten Nachbarin. Oft weiß man dann nicht, wie man angemessen darauf reagiert, was man der Fremdenfeindlichkeit entgegensetzen kann.

Kein Patentrezept

„Es gibt kein Patentrezept, und ich kann auch keine zehn Sätze empfehlen, die jeden sofort zu einer weltoffenen und menschenrechtsorientierten Person werden lassen“, verriet der Referent Achim Bröhenhorst vom Landespräventionsrat Niedersachsen, der insbesondere in der Prävention durch Aufklärung gegen Rechtsextremismus und für Courage tätig ist. Zuvor hatten sich seine Zuhörer, viele davon in der Flüchtlingshilfe oder sozialen Einrichtungen engagiert, in einer Vorstellungsrunde zu ihren Erfahrungen mit vorurteilsbeladenen, menschenfeindlichen oder rassistischen Äußerungen aus ihrem Umfeld und über ihre Erwartungen zu dem Seminar geäußert.

Unsachliche Argumente schachmatt setzen

„Kinder sind empathisch und trotz verschiedener Kulturen läuft alles wunderbar miteinander“, wünschte sich eine in der Schule involvierte Teilnehmerin Tipps, wie sie die unsachlichen Argumente der „Großen“ schachmatt setzen kann. „Der Rechtsruck in unserer Gesellschaft beunruhigt mich stark und er basiert oft auf Aussagen, die noch nicht mal auf Halbwissen fußen. Aber hält man wissenschaftliche Erhebungen dagegen, laufen sie ungehört ins Leere“, betonte eine andere Zuhörerin und ihr Nebenan ergänzte: „Es werden oft subtile und pauschalisierte Parolen rausgehauen, in denen tatsächliche Ereignisse passend modifiziert werden.“

Klare Position beziehen

Gesunder Menschenverstand, Zivilcourage und Verantwortungsgefühl seien gute Ratgeber, um bei rechtspopulistischen, diskriminierenden und emotionsbeladenen Äußerungen eine klare Position zu beziehen, so Referent Achim Bröhenhorst. Dafür gelte es, menschenverachtende Äußerungen nicht einfach im Raum stehen zu lassen und betroffene Menschen damit zu stärken und zu schützen.

Gegenwind spüren lassen

„Wir können immer etwas dagegen tun, indem wir etwas dagegen sagen, uns der Auseinandersetzung stellen, nachfragen. Überzeugte Rassisten werden ihre Meinung vielleicht nicht durch ein Gespräch ändern. Aber sie spüren den Gegenwind. Und man kann umstehende Zuhörer zum Nachdenken anregen und sogar gewinnen – für Solidarität, Gleichheit und Demokratie“, meinte Bröhenhorst.

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